Dienstag, 20. November 2012

Tutorial - Binding mit der Maschine

Lang angekündigt, ist hier endlich mein Tutorial, wie ich das Binding an meine Quilts komplett mit der Maschine annähe. Ich sage gleich zu Beginn, dass ich das Rad nicht erfunden habe! Ich zeige euch hier nur, wie ich für mich die einfachste und schnellste Methode gefunden habe.

To my non-german readers: Please use the translate-button on the right. If it's not understandable, please write me!

Zubehör:
- fertig gequilteter Quilt, der auf das passende Maß zugeschnitten ist
- ein paar Stecknadeln
- evtl. Oberstofftransport (geht aber auch ohne)
- Stoff für Binding
      Breite: 2,5inch/6,5cm
      Länge: 2x Quiltlänge + 2x Quiltbreite + 12inch/30cm

Vorbereitung:
Den Stoffstreifen längs in der Mitte falten und bügeln.

Schritt 1:

Den gefalteten Stoffstreifen mitten auf einer langen Geraden platzieren. Egal wo, Hauptsache es ist keine Ecke in der Nähe.

Den Streifen mit der offenen Kante auf die Rückseite des Quilts bündig anlegen. Den Streifen nicht von Anfang an festnähen, sondern erst nach ca. 6“/15cm. Das Stück brauchen wir dann später zum zusammensetzen der Streifen. Die Anfangsstiche gut mit ein paar Rückstichen sichern.

Ich nähe den Streifen mit einer Nahtzugabe von ca. 1/4“ / 0,5cm an mit der Stichlänge 2.
Nähe bis zur Nahtzugabe der nächsten Ecke.
 Mit Rückstichen sichern und Faden abschneiden.

 

 

 

 

 

 

Schritt 2: 

Den Streifen bündig zur Kante falten und fingerbügeln.
 Auffalten...
 ... und an dieser Kante genau in die andere Richtung falten.
Die gefaltete Kante bündig an die bereits festgenähte Kante anlegen. 

Der Stoffstreifen läuft dann ganz automatisch in die richtige Richtung weiter.


Alles unter die Nähmaschine packen und von der gefalteten Kante an direkt nähen.
Die Ecke sind dann so aus.
So erledigst du alle 4 Ecken, bis du ca. 8“/20cm vor dem Anfang bist.















Schritt 3:

Die überstehenden Enden beide flach übereinander legen. Sie müssen richtig ordentlich liegen, wie wenn du sie festnähen möchtest. Hier echt ordentlich arbeiten, sonst gibt es Wellen oder wird knubbelig.
Suche dir dann einen Punkt, an dem du die beiden Enden verbinden möchtest. Am Besten liegt dieser Punkt direkt zwischen Anfang und Ende des bereits festgenähten Streifens.



Hier pinnst du direkt in beide Stoffkanten zwei Stecknadeln. An diesen Punkten wird später die Naht sein, die die beiden Enden verbindet. Sie heißen ab jetzt Verbindungspunkte.


Jetzt wird es tricky. Der Quilt liegt so vor dir, als ob du das restliche Band annähen willst. Falte den oberen Streifen auf, dass die rechte Stoffseite nach oben zeigt.
Den unteren Streifen auch auffalten, die rechte Stoffseite zeigt nach unten.

Eine Stecknadel durch beide Verbindungspunkte stecken, dass die beiden Punkte direkt übereinander liegen.
Den Quilt ein bisschen falten, dass die beiden Enden locker liegen und du besser arbeiten kannst.

Jetzt musst du die beiden Enden so drehen, dass sie ein X bilden. Also die oberen und unteren Kanten einen 90°Winkel (ca.). 

Ich mache das nach Augenmaß, also muss es nicht ganz so exakt sein. Mit Stecknadeln sichern.

Jetzt wird eine Diagonale von oben durch den Verbindungspunkt nach unten genäht. Wichtig ist, dass es die Diagonale ist, die parallel zum Quilt verläuft.
(sorry, blödes Bild)
Wenn du jetzt den Quilt und das Binding glattstreichst, kannst du sofort erkennen, ob du alles richtig gemacht hast. 
Erst wenn du das kontrolliert hast, den überstehenden Stoff der Streifen abschneiden.
So soll es dann aussehen
Das restliche Stück jetzt auf den Quilt nähen.
So sieht Vorder- und Rückseite jetzt aus.
















Schritt 4:

Quilt drehen, wir arbeiten jetzt auf der Vorderseite.

Den Rand schön glattstreichen, das Binding straff ziehen.
Über die Nahtzugabe nach vorn klappen.
Ganz ganz knappkantig festnähen. Wenn du die Möglichkeit hast, die Nadelposition zu verstellen, nutze es, dass der Quilt schön gleichmäßig transportiert wird.








Schritt 5:

An der Ecke das Binding wie gehabt umklappen und mit einer Stecknadel festpinnen.
Wichtig ist, die untere Spitze jetzt gut zu drücken und sie nach oben zu klappen. Dann entsteht eine schöne Ecke.
Die Rückseite sollte so aussehen.
Vorsichtig weiternähen, bis du mit der Nadel mit einem Stich auf der Spitze bist. Quilt drehen und den Streifen weiter aufnähen. 

Der Quilt sieht dann von vorn so aus...
... und von hinten so!











Das an allen vier Ecken und schon bist du ruckzuck fertig!

Auf der Rückseite siehst du parallel zum Binding die Naht, die das Binding von vorn hält. Aber ich finde das nicht so schlimm, ich empfinde das eher als Bilderrahmen. Mann muss sich halt entscheiden, ob man schnell fertig sein möchte oder unsichtbare Handstiche haben möchte. 

Ich hoffe, die Bilderflut hat niemanden erschlagen :) Wie gesagt, so mache ich gerade mein Quilts und Deckchen fertig, funktioniert wunderbar, sogar bei ganz kleinen Sachen mit 15cm Seitenlänge ;)

Wenn du noch Verbesserungen hast, schreib einen Kommentar! Ich bin dankbar für jeden Tipp!

Kommentare:

  1. Hallo, das hast Du sehr gut beschrieben, ich mache es genauso!!! Einzig benutze ich für die Naht auf der Vorderseite gerne den Langetten-Stich, außerdem liebe ich es, Verlaufsgarne zu benutzen, das macht die Naht noch ein bisschen interessanter!!
    Liebe Grüße von Regina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist eine super Idee! Ich habe es mal mit einem Sternen-Stich probiert, das ging allerdings total in die Hose. Seitdem mache ich alles mit Geradestich und mache danach erst Zierstiche drauf.

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...